Stand: 07.07.2010 |
Chronik von Helgoland |
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| vor ca. 250 Millionen Jahren | Hier beginnt in etwa Helgolands Geschichte. Das Gebiet der heutigen Nordsee war ein Senkungsgebiet, wo es durch mehrere Meereseinbrüche (mit anschließender Verdunstung) zu Ablagerungen von großen Mengen Kalk, Dolomit, Anhydrit und Salz kam. Tektonische Verschiebungen verursachten eine Aufwölbung, auf dessen Scheitel sich Helgoland befindet. Zu dieser Zeit war Helgoland nur ein kleines Bundsandsteingebirge in einer großen flachen Ebene. |
| 480.000 - 130.000 v.Chr. | Während der folgenden drei Eiszeiten kommt es zu einem starken flächenhaften Abschaben des Hügels durch die Gletscher. |
| vor etwa 4.000 bis 3.500 Jahren |
Helgoland löst sich durch den ansteigenden Meeresspiegel vom Festland |
| 325 v. Chr. | In den nicht mehr im original erhaltenen Reiseberichten des "Pytheas von Massilia" wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Helgoland erwähnt. Er nennt die Insel Abalus, und die Bewohner benutzen seinen Angaben nach Bernstein anstatt Holz als Brennmaterial. Der Zeitgenosse Timaeus nennt die Insel Basileia und auch Bauroria. (aus den Berichten von "Plinius der Ältere", ca. 23 - 79 n.Chr.) |
| 689 | Radbod, der König der Friesen, wird vom fränkischen Hausmeier "Pippin dem Mittleren" besiegt, und flüchtet auf die heilige Insel Fosetesland (Heiligenland / Helgoland). |
| 690 - 714 | Der angelsächsischer Missionar Willibrord, auch "Apostel der Friesen" genannt, versucht vergeblich die Helgoländer zum Christentum zu bekehren. |
| 787 - 791 | Der friesische Missionar und Bischof von Münster Liudger reist im Auftrag des Frankenkönigs Karl nach Helgoland, und schafft es die Helgoländer zu bekehren. Er zerstört ihre heidnischen Heiligtümer und errichtet die erste Kirche. |
| ab ca. 800 | In Schriften taucht für Helgoland erstmals der Name "Heiligland" auf. Adam von Bremen soll die Insel so benannt haben, weil sie "allen Seefahrern ein ehrwürdiger Ort" gewesen sein soll. |
| 1050 | Helgoland gehört wahrscheinlich zu Dänemark, König Sven Estridson (1047 - 1076). |
| 1062 | Der dänsiche König Sven Estridson überschreibt die Insel an den schleswiger Bischof Siward. |
| 1065 | In einer Urkunde wird erwähnt, dass der Erzbischof Adalbert von Bremen einen Kleriker (geweihten Amtsträger) mit dem Namen Eilbert von Fünen als Bischof nach Helgoland geschickt hat. Helgoland wird in dieser Urkunde auch noch mit dem Namen "Farria" erwähnt. Helgoland soll zu dieser Zeit reich an Getreide, an Vögeln und und Vieh, aber vollkommen baumlos und von schroffen Klippen umgeben sein, und von See aus nur einen Zugang haben. |
| 1076 | In seiner Schrift "Gesta Hammaburgensis ecclesiae Pontificum" (Taten der Bischöfe der Hamburger Kirche) schreibt der Domherr Adam von Bremen ausführlich über das frühmittelalterliche Helgoland. |
| ca. 1100 - 1300 | Im sogenannten Hochmittelalter werden auf Helgoland Kupfererze abgebaut und verhüttet. |
| Winter 1101/1102 | "In den ergangenen hohen Waßerfluhten ist ein gut Theil Landes von der Insul Helgeland herunter gefallen und ausgeworfen." (Quelle: Die große Helgoländer Chronik von 761 - 1723 [Bolzendahl'sche Chronik]). |
| ca. 1181 - 1241 | Helgoland gehört kirchlich wahrscheinlich zum Bistum Schleswig und damit zu Dänemark. Von den Dänen wird ein Vogt als Verwalter eingesetzt, der die Insel so beschreibt: Die Bewohner leben in Hütten (Buden) auf dem Oberland, auf dem Unterland lagern und fertigen die Fischer ihre Fangnetze und Boote. Nordwestlich und südöstlich vom Unterland befinden sich zwei geschützte Buchten. |
| Januar/Februar 1216 | In dieser schweren Sturmflut wird Helgoland um ein gutes Stück verkleinert. "1216 erging eine hohe Fluht, welche in alle Spad Länder eingebrochen und 10000 Menschen ertrencket, ohne waß an Vieh und Gebäude verschlungen. In dieser und vorige Waßerfluhten ist die Insul Helgeland dergestalt mitgenommen, daß von den neun Kirchspielen so ao 1030 darauf waren, nun nicht mehr zwei überblieben." (Quelle: Die große Helgoländer Chronik von 761 - 1723 [Bolzendahl'sche Chronik]) |
| 1231 | Helgoland wird das erste Mal im "Erdbuch Waldemars" erwähnt. Das Waldemar-Erdbuch (lat. Liber Census Daniæ) war das in Latein verfasste Steuererfassungsbuch vom dänischen König Waldemar II. Es verzeichnete die Besitzungen und Einkünfte des Königs. |
| 1307 | Der englische Kaufmann Daniel Heinrich aus Hull wird auf der Reede vor Helgoland von Piraten überfallen. Die Täter werden erkannt. Es sind Hertowe Naghel und seine Gefolgsleute aus Kampen in Ostfriesland. England fordert zwei Mal Schadenersatz, die Schreiben werden ignoriert. |
| 1325 | In einer handgemalten Seekarte wird von dem Genueser Petrus Veskonte das erste Mal die Insel Helgoland eingezeichnet. |
| 1356 | Der dänische König Waldemar IV lässt durch seinen Ritter Waldemari Zappy die Insel befestigen, er legt eine Schanze (= eine aus Erde bestehende, geschlossene Wehranlage) an . |
| 16.01.1362 | In der schweren Sturmflut, die mit dem Namen "grote Manndränke" oder "zweite Marcellusflut" in die Geschichte eingehen wird, gehen weite Teile Helgolands unter. Nur die höher gelegenen Teile Helgolands bleiben übrig. |
| 1390 - 1401 | Die Piraten Klaus Störtebeker und die Likedeeler (Vitalienbrüder) sollen Helgoland als Stützpunkt genutzt haben. Dafür gibt es allerdings keine Belege. |
| 1402 | Helgoland wird dem Herzogtum Schleswig-Gottorf (Schleswig-Gottorp) zugeschlagen. |
| 1421 - 1427 | Zwischen 1421 und 1427 nimmt der Herzog Adolf VIII von Schleswig zusammen mit seinen Brüdern bei dem Hamburger Bürger Heine Brand ein Darlehn auf, und verschreibt ihm dafür unter anderem eine "Rente zu Helgoland". |
| 1425 bis ca. 1600 | Riesige Heringsschwärme kommen zum Laichen in die Helgoländer Gewässer. Zwischen 1500 und 1530 sind durchschnittlich 1800 Fischer aus Hamburg, Bremen und Helgoland mit 240 Booten am Heringsfang beteiligt. Die Fischer mussten ein "Riemengeld" von einem Schilling pro Arbeitskraft auf dem Boot an den Gottorper Landesherren zahlen, die Fischereibuden auf der Insel sogar 4 Schilling. |
| 1463 | Es kommt laut den "Kammerrechnungen der Stadt Hamburg von 1350-1562" zu den ersten Probegrabungen nach Kalk am "Witte Kliff". Den Probegrabungen folgt dann die Ausbeutung der Kalklager bis 1626. |
| 1470 | Christian I, der Herzog von Schleswig, (und König von Dänemark, Norwegen und Schweden) schenkt in seinem 10. Amtsjahr als Herzog die Steuereinkünfte von Helgoland der Domkirche zu Schleswig. A.W. Vahlendieck bezweifelt das allerdings in seinem Buch "Das Witte Kliff von Helgoland". |
| 1490 | Herzog Friedrich I. von Gottorp beansprucht erfolgreich Helgoland für sich. Ein Vogt treibt für den Hof einträgliche Steuern ein. |
| 1496 | Die Bremer nehmen mit Hilfe der Dithmarscher Besitz von der Insel und errichten eine Handelsniederlassung (Faktorei/Zollhaus) auf dem Unterland. |
| 1498 | Der vom Herzog Friedrich I. von Gottorf für Helgoland eingesetzte Vogt Jort Nickelsen überrumpelt die Bremer. |
| 1513 | Ab sofort erhebt Gottorf Zölle auf Helgoland.. |
| 1520 | Der eingesetzte Vogt muss jetzt die Kalkverkäufe auf der Insel direkt mit dem Herzog von Gottorf abrechnen. |
| 1539 | Der Herzog von Gottorf & König von Dänemark und Schweden, Christian III., beginnt damit, die Insel als Festung auszubauen. Man fürchtet, dass sich fremdes Volk in "Hadolawa", sammeln und in Holstein einfallen wird (Hadolawa wurde auch 'Hadeler-Land' genannt, und bezeichnete das Gebiet zwischen Ritzebüttel [dem heutigen Cuxhaven] und Stade, etwas gröber: Zwischen Elbe und Weser). |
| 1542 | Helgoland wird evangelisch. Bis 1733 gibt es jeweils nur einen Pastor auf der Insel, der in plattdeutscher Sprache predigt. |
| 1545 | Der Seeräuber Wieben Peter und sein Bruder Barhold werden von Dithmarscher Landsleuten in der Helgoländer Kirche erschossen. |
| 1545 | Gottorp besetzt die Vogtei auf Helgoland mit dem Helgoländer Michelsen Erichsen. |
| 1550 | Die Pest wird auf die Insel getragen, und tötet die meisten Bewohner. |
| 1561 | Der gottorfer Herzog Adolf II. untersagt den Hamburgern weiterhin Kalk von Helgoland zu holen. |
| 1565 | Der Bischof und Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf (oder Holstein-Gottorp) versucht die Insel Helgoland vergeblich zu verkaufen. |
| 1580 | Der amtierende Vogt und Hauptmann auf der Insel, Georg Bruyck, berichtet von 56 Familien mit 300 Seelen, die auf der Insel leben. |
| 1584 | Das "Strandprivileg" wird beschlossen und verkündet. Die Hälfte vom Strandgut gehört dem Landesherren und den Helgoländern |
| 23. Februar 1587 | Eine "Strandordnung" regelt das Bergerecht für gestrandete Schiffe. Eine "Landesbeliebung" bestimmt die wirtschaftlichen Rechte der Helgoländer. Es ist die älteste noch erhaltene Urkunde über die schon 1584 gewährten Strandprivilegien. |
| 25. Oktober 1598 | Der Herzog Johann Adolf (1590-1616) erlaubt dem Bürger David Hedler (Hedtler), Zeit seines Lebens am helgoländer Strand nach "Krieß" zu suchen, um daraus "Schwefel Victrill" (Vitriol) zu brennen. Dem Namen nach handelt es sich dabei um Schwefeleisen/Pyrit, sogenanntes "Mummergold" oder "Katzengold". Helgoländern ist eine solche Erlaubnis - soweit bekannt - nie erteilt worden. |
| 1606 | Johann Adolf, Herzog von Schleswig-Holstein, bestätigt die 1587 verfasste "Landesbeliebung", sowie die ebenfalls 1587 erstellte "Strandordnung". |
| 1609 | Die 'Wittklipp' wird in der Helgolandchronik mit einer Breite von 120 Schritt angegeben. |
| 1609 | Eine neue Kirche wird mitten auf dem Oberland gebaut, weil die alte vom Felsen abzustürzen drohte. |
| 19. August 1624 | Der Herzog Friedrich III schließt mit einem Conrad van Noerenberg (andere Schreibweisen: Noerenburch, Nürnburch) einen Vertrag. Für die Dauer von 10 Jahren darf Noerenberg auf Helgoland einen Kalk-Brennofen betreiben, und am Strand die Kalksteine aufsammeln, die vom Meer angeschwemmt werden. Zum Kalkbrechen muß er 14 Klafter (etwa 24 Meter) vom Land entfernt bleiben. Ebensoweit hatt er sich auch von der Klippe entfernt zu halten. |
| 1625 | Der Bürger Stephan Labostelle (Stephanus Lahebostell) erhält vom Herzog die Erlaubnis "für ein gewisses an zahlungen" innerhalb der 14-Klafter-Zone die Kalksteine zu sammeln, die ohnehin vom Meer losgerissen werden. |
| 10. April 1625 | Auf der Insel wird ein Kalkbrennofen angeblasen. Wird gebrannter Kalk mit Wasser vermischt entsteht gelöschter Kalk, der als Bindemittel für den Mörtel beim Mauerbau benötigt wurde. |
| März 1626 | Im Frühjahr 1626 wird der letzte Steinbruchbetrieb an der "Witte Kliff" eingestellt. Die letzte Bestellung des Gottorfer Hofes für Kalk datiert auf den 2. März 1626. Rechnet man die Lieferungen an die Stadt Hamburg von 1463 bis 1561 und die an die Herzöge von Schl.-Holst./Gottorf von 1500 bis 1626 alle zusammen, so wurden auf Helgoland ungefähr 99 tausend Tonnen Kalk abgebaut. |
| 1630 | Das erste Leuchtfeuer (Feuerblüse) wird auf Initiative der Hamburger von dem Holländer Jan Behrends auf dem Helgoländer "Boak-Hörn" errichtet. Es handelt sich um ein offenenes Steinkohlefeuer in einem Rost oder Eisenkorb auf einem massiven Bau. Man soll es bis zu acht Seemeilen weit sehen können. |
| 11. & 12. Oktober 1634 | Die große "Burchardiflut" (oder auch "Zweite Grote Mandränke") tötet auf der Insel 623 Menschen. |
| 1637 | Die Feuerblüse wird außer Betrieb gesetzt. |
| 1642 | Der Inselkommandant Matthias Puls erhält vom Herzog die Genehmigung zum Betrieb einer Schänke im Unterland. Bislang durften die Helgoländer Bier und Schnaps nur auf dem Oberland ausschenken. |
| 1645 | In einer Schrift wird erwähnt, dass die 'Wittklipp' als Viehweide genutzt wird, und mit der Hauptinsel durch einen Wall aus Geröll und Sand verbunden ist. |
| 1646 | Mit Einführung der Kirchenbücher werden endlich verlässliche Tauf-, Trau- und Sterberegister erstellt. |
| 1652 |
|
| 1658 | Der Helgoländer Jasper Erichs sichert sich das Schankmonopol auf dem Unterland. |
| 1661 | Die "Teutonia" strandet vor Helgoland, alle Besatzungsmitglieder werden gerettet. |
| 1690 | Ohne die schleswigschen Soldaten hat Helgoland 960 Einwohner. |
| 1672-1678 | Ein neues Leuchtfeuer wird im Auftrag der Hamburgern Admiralität von 'Jakob Friedrich' und 'Erich Rickmers von Christian Albrecht' auf dem "Bredberg" errichtet. Es wird "Pharus" genannt, nach einer kleinen Insel vor Alexandrien, wo Ptolomäus der Zweite schon im Jahr 283 vor Christi einen Leuchtturm erbauen ließ. |
| 1684 | Dänemark besetzt die schleswig-gottorfsche Insel Helgoland, muß sie aber 1689 wieder zurückgeben. |
| 1693 | Viele Helgoländer sterben an Typhus (sie wird 'Sprenkeln-Epidemie' genannt). |
| 1707 | Die erste Holztreppe zum Oberland wird gebaut. |
| 1709 | Aus einem Kostenvoranschlag für den Bau eines neuen Kommandantenhaus geht unter anderem hervor, dass Kalk von Tönning nach Helgoland gebracht wurde. Es gibt also keinen wirtschaftlich nutzbaren Kalk mehr auf dem "Witte Kliff". |
| 01.11.1711 | Eine große Sturmflut zerstört große Teile des "Witte Kliff", den Steilfelsen aus Muschelkalk und Gips, auf der heutigen Düne. Es kommt zur ersten Überflutung des Woals. |
| 1714 | Die Dänen stürmen die Insel, und Helgoland wird dänisch |
| 1719 | Auf Helgoland wird das erste und einzige Todesurteil auf dem Oberland vollstreckt. Der Scharfrichter Henning aus Glückstadt köpft eine Mariecke Peters, die ihre Nachbarin Frau Jasper Emke mit einer Mistforke erstochen haben soll. |
| 31.12.1720 | Eine große Sturmflut zerstört den "Woal", die Verbindung zwischen Insel und Düne und die Reste des "Witte Kliff". |
| 1751 | 106 Menschen sterben an den Pocken (Blattern). Es leben zu dieser Zeit rund 2000 Einwohner auf der Insel. Es werden noch etwa 200 Schafe und 40 Milchkühe gehalten. |
| 1758 | 145 Menschen sterben an den "Frieseln" (=kleine Pickelchen, wahrscheinlich auch die Pocken/Blattern). |
| 1765/67 | Für 2000 Taler wird eine zweite Treppe zum Oberland gebaut. |
| 1768 | 162 Helgoländer sterben an den Pocken (Blattern). |
| 1785 | Eine weitere Pocken-Epidemie tötet 74 Helgoländer. |
| 1789 | Auf der Insel herrscht eine große Trinkwassernot. |
| 1796 | Die Dänen erbauen eine dritte Treppe zum Oberland. |
| 1798 | Der Instrumentenbauer Johann Samuel Kühlewein aus Eisleben wird damit beauftragt, eine Kirchenorgel zu bauen, die sich aufgrund der Witterung nicht so oft verstimmt. Er entwarf eine Flaschenorgel, die fast 100 Glasflaschen anstelle von Pfeifen aus Holz oder Metall. Diese besondere Art von Pfeifenorgel verrichtet zur vollsten Zufriedenheid der Insulaner ihre Arbeit. Sie wird erst im späten 19. Jahrhundert an einen englischen Interessenten verkauft. Hier ein lesenswerter Artikel von Elke Geyer. Hier ein schöner Bericht von Thomas Kötschau. |
| 1799 | Durch die Pocken sterben 90 Menschen. |
| 1806 - 1814 | Während der Kontinentalsperre entwickelt sich Helgoland zu einem lebhaften Schmuggelumschlagsplatz. |
| 1807 | Die Engländer erobern Helgoland von den Dänen und Helgoland wird zum Schmugglerparadies. Die Insulaner, englische Besatzer und Schmuggler erleben goldene Zeiten. |
| 1810 | Die Kontinentalsperre Napoleons macht Helgoland zu einem zentralen Ort des Schleichhandels und der Spionage. Fremde Kaufleute gründen die Helgoländer Handelskammer, die sich aber nach dem Fall Napoleons wieder auflöst. Einige Helgoländer werden sehr reich, aber die Mehrheit der Bevölkerung bleibt arm. |
| 1810 | Die alte Holztreppe zum Oberland wird erneuert. |
| 1811 | Die englische Seezeichenverwaltung "Trinity House" errichtetet den ersten Leuchtturm auf Helgoland. Seine "Lampen" sind sog. "Argandsche Lampen" (ein Ölbrenner, benannt nach Aimé Argand) und Parabolspiegel, später (1875) werden Fresnellinsen nachgerüstet. |
| Frühjahr 1811 | Für einige Wochen befindet sich der abgesetzte Schwedenkönig Gustav Adolf IV im Exil auf der Insel. |
| 1814 | Nach der Niederlage Napoleons folgt der wirtschaftliche Abstieg der Insel |
| 1815 | Der Falm wird gepflastert. |
| 1823 | Der Bootsbauer (Schiffszimmermann) Jacob Andresen Siemens entwickelt in den Zeiten bitterer Armut und Not die Idee, ein Seebad zu errichten, um Helgoland wieder attraktiv zu machen. Er gründete einen Actienverein. |
| 6. März 1826 | Das Seebad Helgoland wird gegründet. Mit vier Badekarren wird der Betrieb aufgenommen. Im ersten Jahr finden aber nur ca. 100 Gäste den beschwerlichen Weg nach Helgoland. |
| 1827 | Etwa einhundert Badegäste machen Urlaub auf Helgoland. |
| 1829 | Über zweihundert Badegäste kommen nach Helgoland. |
| Juli 1829 | Der Raddampfer "De Beurs van Amsterdam" der niederländischen Reederei Amsterdamsche Stoombootmaatschapij beginnt den Seebäderdienst zwischen Hamburg und Helgoland. |
| 1830 | Mehr als dreihundert Badegäste besuchen Helgoland. |
| 17. Dezember 1832 | Der Engländer Thomas William Furse erhält von der Helgoländer Ratsversammlung die Erlaubnis, auf der Insel eine Zementfabrik zu errichten. Die Fertigungsanlage wird nie gebaut. |
| 1833 | Eine Spielbank wird eröffnet. |
| 1834 | Die "Hamburger Dampfschiffs-Compagnie" beginnt ihren Seebäderdienst Hamburg - Helgoland mit dem Raddampfern "Elbe" und "Patriot". Die Fahrtzeit beträgt 14 Stunden! |
| 1834 | Die Engländer bauen eine weitere Holztreppe zum Oberland. |
| 1835 | Der Naturforscher Christian Gottfried Ehrenberg beweist, dass das Meeresleuchten um Helgoland durch einen mikroskopisch kleinen Einzeller hervorgerufen wird. |
| 1835 - 1855 | Der Badearzt Dr. Heinrich von Aschen wirkt mit sehr viel persönlichen Einsatz auf Helgoland. |
| 1838 | Jetzt kommen jährlich schon weit über 1000 Badegäste nach Helgoland. |
| 1838 | Der Strandpavillon wird erbaut. |
| 26. August 1841 | August Heinrich Hoffmann von Fallersleben dichtet auf Helgoland das Lied der Deutschen. Es wird von 1922 bis 1945 mit der Melodie von Joseph Haydn's "Kaiserhymne" zur Nationalhymne des Deutschen Reiches. Erst am 6. Mai 1952 wird das "Lied der Deutschen" wieder unsere Nationalhymne. Seit 1991 besteht die Nationalhymne ausschließlich aus der dritten Strophe. |
| 1845 | Der Wissenschaftler Johannes Müller begründet auf Helgoland die Planktonforschung. |
| 1845 | Bei Grabungen auf der Insel findet Jacob Andresen Siemens sog. Steinkistengräber mit männlichen Knochen. Die Wände bestanden aus Gipsplatten. |
| 1846 | Im zwanzigsten Jubiläumsjahr "Seebad Helgoland" werden schon 2.000 Badegäste gezählt. |
| 1848 | Ein Dr. Clement schreibt in der "Deutschen Marine Zeitung", dass 'die Existenz eines Kriegshafens und damit der Besitz Helgolands lebensnotwendig' ist. |
| 1851 | Der Falm wird mit einer Steinmauer versehen. |
| Frühjahr 1855 | Die Engländer errichten auf der Insel eine sogenannte "Werbestation" um Rekuten anzuwerben. |
| 1860 | Die ca. 48 Meter hohe "Lange Anna" entsteht. In der vorspringenden Felswand entstand zunächst eine Brandungshohlkehle, die irgendwann durchbrach, und zu einem Brandungstor wurde. Das darüber befindliche Gestein (der Torbogen, oder das "Gatt") stürzte schließlich durch die Verwitterung ein. Übrig blieb als freistehender Brandungspfeiler die Lange Anna, die die Helgoländer auch "Nathurn Stak" nennen. |
| 1860 | Ein neues Konversationshaus wird erbaut. |
| 1863 | Sir Henry Fitzgerald Maxse wird als neuer Gouverneur eingesetz. Er verbessert das Schulwesen, in dem er die Schulpflicht einführt, und vier Lehrer einstellt. |
| 9. Mai 1864 | Vor Helgoland findet ein Seegefecht zwischen Österreich und Dänemark statt. Fünf mäßig ausgerüstete österreichische Schiffe, eilig aus der Adria beordert, und drei kleine preußische Einheiten (die aber nicht zum Einsatz kommen) sind die ganze Flotte, die der Deutsche Bund im Krieg den Dänen entgegenstellen kann. Durch das Gefecht von Helgoland gelingt es dem 27jährigen Kommodore Wilhelm von Tegethoff, die dänische Blockade der deutschen Nordseehäfen zu brechen. |
| 1868 | Alle Helgoländer Privilegien weren aufgehoben und die Ratsverfassung abgeschafft. Die Engländer erklären feierlich die Alleinherrschaft der britischen Krone über die Insel. |
| 1868 | Die Coastguards und eine Rettungsstation werden auf Helgoland eingerichtet. |
| 1868 | Ein Kur- bzw. Sommertheater wird eröffnet. |
| 1869 | Die erste Landungsbrücke wird am Südstrand erbaut, sie ist 120 Meter lang. |
| 1870 | Aus den detailierten Angaben in Schriften des 'Adam von Bremen' (von 1070) berechnet ein preußischer Wissenschaftler, dass Helgoland um 1070 etwa 34 Quadratkilometer groß gewesen sein muss. |
| 1870 | Bismarck lässt prüfen, ob die Engländer bereit sind, die Insel zu tauschen oder zu verkaufen. Doch die Antwort aus Whitehall ist negativ. |
| 1871 | Der Gouverneur Sir Henry Fitzgerald Maxse zieht die Lizenz für die Spielbank ein. |
| 23. August 1871 | Franz Schensky, ein bedeutender Fotograf, wird auf Helgoland geboren. |
| 1873 | Das erste Telegrafenkabel wird von Cuxhaven zur Insel verlegt. |
| 1873 | Von der Kieler Ministerial-Kommission zur Erforschung der Deutschen Meere wird auf dem Oberland die erste Wetterbeobachtungsstation eingerichtet. Der erste Wetterbeobachter wird der Lehrer R. Parkinson. |
| 1883 | Otto Olshausen findet bei erneuten Grabungen auf der Insel Steinkistengräber mit männlichen Skeletten. |
| 1885 | Der erste dampfbetriebene Fahrstuhl zwischen Unter- und Oberland wird durch die neu gegründete "Lift Company of Helgoland" in Betrieb genommen. Er bleibt bis 1902 in Betrieb. |
| 1885 | Rickmer Classen Rickmers finanziert für die St. Nicolai-Kirche einen neuen Kirchturm. |
| 1886 | In dieser Saison wurden über 8300 Badegäste gezählt. |
| 1. Juli 1890 | England tritt die Insel Helgoland im sogenannten "Helgoland-Sansibar-Vertrag" an das Deutsche Reich ab. Dieser Vertrag heisst eigentlich richtig "Vertrag zwischen Deutschland und England über die Kolonien und Helgoland". Im 'Artikel XII' wird festgelegt, dass die seit 1807 britische Insel an Deutschland zurückgeht. Sie wird aber nicht gegen Sansibar eingetauscht, denn Sansibar ist zu diesem Zeitpunkt ein freies Sultanat, und niemals deutsche Kolonie gewesen. |
| 10. August 1890 | Kaiser Wilhelm II. nimmt Helgoland für das Deutsche Reich in Besitz. |
| 10.8.1891 | Ein weiteres Telegrafenkabel wird nach Wilhelmshaven verlegt. |
| 1892 | Die Biologische Anstalt Helgoland (BAH) wird gegründet. Es werden ein Tunnel zum Oberland gebaut und ein Badehaus mit Hallenbad (Warmhallenbad) eröffnet. |
| 1892 | Die helgoländer Seenotrettungsstation, die bislang nur ein provisorisches Rettungsboot besaß, bekommt ein neues Boot, das den Seeverhältnissen rund um die Insel besser angepasst ist. |
| 1893 | Ein neues Kurhaus (Konversationshaus) wird gebaut. |
| 1893 | Von der Wetterwarte Helgoland wird ein 60 Quadratmeter großes genormtes Messfeld (ein mit Gras bewachsener Platz) am Westrand des bebauten Oberlandes hergerichtet. Die Windrichtung und -geschwindigkeit werden mit Fahnen am Leuchtturm und Kirchturm festgestellt. |
| 1893 | Ein Musikpavillion wird gebaut. |
| 1895 | Neben der Treppe wird nun auch einen elektrischen Fahrstuhl in Betrieb genommen. |
| 1.Januar 1900 | Das Bürgerliche Gesetzbuch bekommt auch auf Helgoland Gültigkeit. |
| 1 Januar 1900 | Das Personenstandsgesetz tritt auch auf Helgoland in Kraft. Ehen müssen ab sofort vor einem Standesbeamten geschlossen werden. |
| 1902 | Die königlich-preußische Bauverwaltung errichtet einen neuen elektrisch betriebenen Leuchtturm. Es handelte sich um ein sogenanntes Schnellblinkfeuer mit Parabolscheinwerfern und Lichtbogenlampen. Helgoland besass damit das stärkste deutsche Leuchtfeuer. Er wird 1945 durch einen Bombenvolltreffer zerstört. |
| 1902 | Es wird mit Schutzmaßnahmen gegen Landverluste begonnen. Auf der Westseite werden zunächst die Höhlen und Spalten am Felsfuß im Brandungsbereich vermauert. Später dann werden die schmaleren Buchten verbaut und kleine brandungsabweisende Ufermauern errichtet. |
| Juli 1902 | Das "Schauaquarium" (Meerwasser-Aquarium) wird auf Anregung und großzügiger Spende von dem Frankfurter Mäzen Oppenheim eröffnet. |
| 1903 | Ein neuer Fahrstuhl wird in Betrieb genommen. |
| 1903 | Ein erster Seismograph wird im Leuchtfeuergehöft vom Wasserbauamt Tönning in Betrieb genommen. Beobachtet wird das Gerät, welches Bodenerschütterungen von Erdbeben und anderen seismischen Wellen registrieren, erkennen und lokalisieren kann, durch den Helgoländer Schuldirektor Herrn "A. vom Brocke". Dieser Seismograph soll allerdings der Beweissicherung für Schadensfälle bei Schiessmanövern der Reichsmarine dienen. |
| 1903 - 1927 | Bau einer Schutzmauer (Preußenmauer) auf der witterungs- und brandungsgefährdeten Westseite. |
| 1904 | Auf dem Oberland im Leuchtfeuergehöft vom Wasserbauamt Tönning wird ein Seismograph betrieben, der zur Beweissicherung für Schadensfälle bei Schießmanövern der Reichsmarine dienen soll. |
| 1907 | Im Keller der Biologischen Anstalt wird im Auftrag des geophysikalischen Institutes der Universität Göttingen unter Leitung von Prof. E. Wiechert eines zweiter Seismograph in Betrieb genommen ("Erste Helgoländer Erdbebenwarte"). |
| 1907 | Die Landungsbrücke wird bis auf 150 Meter verlängert. |
| 1908-1916 | Die kaiserliche Marine lässt für 50 Millionen Goldmark den Südhafen als Kriegshafen bauen. |
| 1909 | Die ersten Börteboote werden motorisiert. |
| Ende 1909 | Der Seismograph im Leuchtfeuergehöft vom Wasserbauamt Tönning wird abgebaut. |
| 1. April 1910 | Das Institut für Vogelforschung wird als Vogelwarte Helgoland innerhalb der Preußischen Biologischen Anstalt gegründet. |
| 1911 | Der Bau der "Preußenmauer" (Uferschutzbefestigung) zum Schutz der West- und Südwestseite beginnt. |
| 20.10.1911 | Baubeginn für eine Kanalisation. |
| 1912 | Das Theater wird eingeweiht. |
| 1912 | Mit den Luftschiffen "Viktoria Luise", "Sachsen" und "Hansa" kann man ab Hamburg Fuhlsbüttel für 200 Goldmark einen zweistündigen Rundflug über Helgoland buchen. |
| ca. 1913 | Der Archeologe H. C. Schröder findet vor Helgoland ein 2,20 Meter langes und 245 Millionen Jahre altes versteinertes Skelett eines Ur-Lurchs, oder auch Riesensalamanders. Der Fund dieses Raubtiers geht unter dem Namen "Parotosuchus helgolandicus" in die Geschichte der archeologischen Fachwelt ein. |
| Juni 1913 | Alle bewohnten Häuser sind an die fertiggestellt Kanalisation angeschlossen. |
| 2. August 1914 | Die Zivilbevölkerung Helgolands wird evakuliert. |
| 28. August 1914 | Vor Helgoland kommt es zu einem für den Krieg unbedeutenden Seegefecht. |
| 22. August 1916 | Das vor Helgoland lauernde britische U-Boot "E 16" läuft auf eine Mine auf. Das Wrack wird erst 2001 von Tauchern in 40 Meter Tiefe gefunden. |
| 17. November 1917 | Vor Helgoland findet ein weiteres Seegefecht statt. |
| 9. November 1918 | Direkt nach dem Waffenstillstand dürfen die evakuierten Helgoländer auf ihre Insel zurückkehren. Es kehren etwa 2100 Bewohner zurück, sie finden ihre Häuser geplündert vor. |
| 20. Februar 1919 | Das Deutschen U-Boot "UC 71" sinkt bei einer Überfahrt nach England durch einen Unfall nordwestlich von Helgoland. Wasser dringt in das Boot und es sackt bis in 34 Meter Tiefe ab. Gerüchte sagen, dass es von der Besatzung selbst versenkt wurde. |
| 1919 | In den Räumen eines leerstehenden Scheinwerferstands auf dem Helgoländer Oberland am Falm wird eine neue Erdbebenwarte eingerichtet. Sie wird mit einem hochempfindlichen 1000 kg schweres Wiechert-Seismographen ausgestettet. |
| Sommer 1919 - 1921 | Eine britische Kommission weilt auf der Insel und überwacht die Demilitarisierung. |
| 1925 | Der Physiker Werner Heisenberg entwickelt während eines Helgoland-Aufenthaltes die grundlegende Ideen seiner Theorie über die Quantenmechanik. |
| Mai 1926 | Einweihung eines Denkmals für den Seebadbegründer Jacob Andresen Siemens. |
| 31. Mai 1926 | Der deutsche Dichter und Schriftsteller James Jacob Heinrich Krüss wird auf Helgoland geboren. |
| Herbst 1932 | Die Wetterwarte richtet eine zweite Beobachtungsstation in Verbindung mit der Marine-Signalstelle ein. Der neue Standort befindet sich auf einem umzäunten, mit Gras bewachsenen Gelände in der Nähe des Leuchtturmes (nicht der heutige Leuchtturm). |
| 1936 | Der Leuchtturm auf der Düne wird Betrieb genommen. |
| 1936 | Die Erdbebenwarte wird in ein eigenes Gebäude im Garten der Vogelwarte verlegt, weil die Marine die Rückgabe der Scheinwerferstände fordert. |
| 16. März 1935 | Schon kurz nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beginnen Planungen für die Wiederaufrüstung der Insel. |
| 1937 | Das Oberkommando der Kriegsmarine entwickelt ein umfassendes Kriegshafenkonzept, die so genannte Hummerschere. |
| 1937 | Der Hafen auf der Düne wird gebaut, um Baumaterial anlanden zu können. |
| 1938 | Bei der Suche nach Öl- und Gasvorkommen wird mit großem Aufwand eine Bohrung durchgeführt. Bei einer Tiefe von 3010 Metern müssen die Arbeiten aus technischen Gründen eingestellt werden. Öl und Gas werden glücklicher Weise nicht gefunden. |
| 3. Dezember 1939 | Helgoland wird von der ersten Bombe, die im Zweiten Weltkrieg überhaupt auf deutschen Boden fiel, getroffen. |
| Juni 1941 | Auf der Düne wird die X-förmige Landebahn aus Beton gebaut. |
| 7. April 1945 | Weil befürchtet wird, dass die Alliierten auf Helgoland landen, wird die Insel zur "Festung" erklärt. Zugängliche Stellen auf der Hauptinsel und der Düne werden vermient. |
| 18. April 1945 | Die Engländer führen einen Luftangriff auf den U-Bootbunker durch. In drei Wellen mit mehreren hundert Flugzeugen wird fast die gesammte bebaute Oberfläche Helgolands zerstört. |
| 19. April 1945 | Unter starkem Tieffliegerbeschuß wird die Zivilbevölkerung Helgolands evakuliert. |
| 12. Mai 1945 | Die letzten Helgoländer müssen auf Anweisung der Briten die Insel verlassen. |
| 1946 | Die Erdbebenstation wird zerstört. |
| 16. September 1946 | Die britische Militärregierung stimmt einem Antrag zu, die militärischen Anlagen auf Helgoland so zu sprengen, dass die Insel erhalten und bewohnbar bleibt. |
| 18. April 1947 | Der sogenannte "Big Bang", die Sprengung sämtliche militärischen Anlagen auf Helgoland. |
| 20. Dezember 1950 | Die Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld besetzen bis zum 3. Januar 1951 in einem symbolischen Akt die Insel. Sie hissen die deutsche Fahne, die Flagge Helgolands und die Fahne der Europäischen Bewegung. René Leudesdorff sagte als 81jähriger 2009 gegenüber der Zeitschrift "Stern", dass er für seine Tat aus dem Jahr 1950 nur einen kargen Dank von den Insulanern selbst bekommen hat. "Die Helgoländer haben mir als Dank eine Freibadkarte auf Lebenszeit geschenkt." |
| 29. Dezember 1950 | Die "Verordnung Nr. 224" tritt in Kraft. Der "Hohe Kommissar der Engländer für Deutschland" verbietet darin unter anderem das Landen oder Verweilen auf der Insel. |
| 26. März 1951 | Eine Regierungsdelegation aus Schleswig-Holsteinisch besucht die Insel, um die Möglichkeiten des Wiederaufbaus zu prüfen. Anschließend wird erklärt, dass mit einer Wiederbesiedelung erst in etwa zehn Jahren gerechnet werden kann. |
| 18. Juni 1951 | Insgesamt 29 Personen werden wegen 'illegalen Betretens und Aufenthalts auf der Insel' in Kiel zu Haftstrafen von drei bis sechs Monaten verurteilt. |
| 29. Februar 1952 | Der 81jährige helgoländer Hummerfischer Jann Arian Jansen ist am Freitag vor der offiziellen Rückgabe als erster auf Helgoland. Er hisst als erstes die Grün-Rot-Weiße Helgolandfahne. |
| 1. März 1952 | Die Engländer geben Helgoland wieder an Deutschland zurück. Der Bundeskanzler Adenauer erklärt den Aufbau der Insel zur "Herzenssache des ganzen deutschen Volkes". |
| 15. März 1952 | Das "Gesetz über den Wiederaufbau und die Verwaltung der Gemeinde Helgoland" (Helgoland-Gesetz) erklärt die Insel zum Wiederaufbaugebiet. |
| 18. April 1952 | Im alten Flakturm wird eine neue Klimastation eingerichtet. Die dazugehörige Thermometerhütte wird in etwa 35 Metern Entfernung erbaut, in ihr befindet sich auch ein Regenmesser und ein sogenanntes Erdbodenminimumthermometer. |
| 15. Juni 1952 | Als erster startet Cassen (Cassi) Eils mit dem Bäderschiff "MS Rudolf" den Liniendienst nach Helgoland. |
| 29. August 1952 | Die Klimastation wird auf das Unterland zum Südhafengelände verlegt. |
| 1952 | Der Turm vom alten Flakbunker auf dem Oberland wird als provisorisches Nachkriegs-Leuchtfeuer in Betrieb genommen. |
| Oktober 1953 | Jürgen Spanuth und Eberhard Fries finden beim Tauchen vor Helgoland ca. 2000 Jahre alte bearbeitete Steine und Siedlungsspuren. |
| 6. Januar 1954 | Eine schwere Sturmflut zerstört weite Teile der Westmole des Südhafengeländes (Vorhafen). |
| 1954 | Um den Warentransport zum Oberland zu erleichtern, werden hinter der heutigen Gepäckhalle links neben dem Hotel "Insulaner" zwei Tunnel und ein Schrägaufzug durch die Tunnel in Richtung Leuchtturm gebaut. |
| 1954 | Die Gebäude vom Altersheim / die Seniorenwohnungen werden am Invasorenpfad auf dem Mittelland gebaut. |
| August 1954 | Es gibt bereits (erst?) zehn Telefonanschlüsse auf der Insel. |
| 17. August 1954 | Auf Helgoland wird die erste zweiklassige Volksschule eingeweiht. Bis zur vollen Besiedlung der Insel wird sie von acht schulpflichtigen Kindern besucht, die schon jetzt auf der Insel leben. |
| Sommer 1955 | Auf der Düne wird eine Zeltstadt für den Badebetrieb aufgebaut. In rund dreißig Mulden und Kuhlen stehen über hundert Zelte mit über hundert Betten bereit. Die Wohnzelte sind ausgestattet mit zwei Betten, Bettwäsche, Steppdecken, einem Kleiderschrank, einem Tisch, vier Stühlen und allen anderen kleinen und großen Dingen, die den Gästen einen angenehmen und bequemen Urlaub ermöglichen sollen. |
| Juli 1955 | Zum erstenmal nach dem Krieg sind Badegäste auf der Insel in die neuerbauten Versuchshäuser eingezogen. Die Bewohner haben ihnen Platz gemacht, und leben während der Saison in den Kellern. |
| 12 Juli 1955 | Zum ersten Mal landet nach dem Krieg wieder ein Flugzeug. Die zweimotorige Maschine des Bremer Fluglehrers Jan Eilers setzt, von der Nordseeinsel Juist kommend, beim dritten Anflug auf dem Nordstrand der Düne auf. An Bord befinden sich auch der Bremer Verkehrssenator Wolters und Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Der Flug soll in erster Linie beweisen, daß die rote Felseninsel in das Seebäderflugnetz einbezogen werden kann. |
| 26. August 1955 | Beim entschärfen einer bei Aufräumungsarbeiten gefundenen 250-Pfund-Bombe (125 kG) sterben zwei Munitionsfacharbeiter. |
| November 1955 | Mit gelben und grünen Fliesen ist die "Bremer Straße" als erster Straßenzug der Insel gepflastert worden. |
| 1955 - 1956 | Aus Betonschwimmkästen wird eine neue Westmole gebaut. |
| 1956 | Die im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstörte Biologische Anstalt Helgoland (BAH) wird neu eröffnet, die Treppe zum Oberland wird fertiggestellt. |
| März 1956 | Baubeginn für die Jugendherberge nach einem Entwurf der beiden Hamburger Dipl.-Ing. Ingeborg und Friedrich Spengelin. Sie wird 120 Betten haben. |
| 07. Januar 1957 | Der Helgolandfotograf Franz Schensky stirbt im Alter von 85 Jahren in Schleswig. |
| Frühjahr 1957 | Frühjahr 1957 Eröffnung der Jugendherberge. |
| 1958 | Die Paracelsus-Klinik wird fertiggestellt. Sie gehört neben dem Altersheim (den Seniorenwohnungen) zu den einzigen Gebäuden, die auf dem Mittelland errichtet werden. |
| Mai 1958 | Nun gibt es auch eine Mittelschule auf der Insel. Während dort sieben Kinder unterrichtet werden, sind es in der Volksschule bereits 71 schulpflichtige Kinder. |
| 19. Juni 1959 | Wiedereröffnung des Aquariums |
| Oktober 1959 | Helgoland hat eine neue Erdbebenwarte bekommen. Sie befindet sich nun im Keller der Schule, und ist mit modernen Seismographen ausgerüstet. Sie soll vor allem die Struktur der Erdkruste Europas erforschen. |
| 23. Oktober 1959 | Für die noch nicht ganz fertiggestellte St.-Nikolai-Kirche werden fünf neue Bronzeglocken geliefert. |
| 29. November 1959 | Am 1. Advent wird die neue St.-Nikolai-Kirche eingeweiht. Die neuen Glocken läuten das erste Mal. |
| 1. Dezember 1959 | Das Gesetz für die "Erhebung einer Einkaufssteuer auf Helgoland" wird vom Kieler Landtag verabschiedet (Gemeinde- Einfuhrsteuer). Durch dieses neue Gesetz erhöht sich das Steueraufkommen der Insel aus der Einfuhr von Spirituosen und Tabak um 100 Prozent. |
| Dezember 1959 | Auf Helgoland wird eine Volkshochschule gegründet. Die ersten Lehrgänge sind Staatsbürgerkunde, Deutsch und Mathematik. Im Januar 1960 folgen Kurse für Nähen, Englisch und Kunstgeschichte. |
| 1960 | Der Wiederaufbau Helgolands wird öffentlich als beendet erklärt. Der neue Fahrstuhl zum Oberland wird in Betrieb genommen. |
| Mai 1960 | Das Meerwasserschwimmbad wird eröffnet. |
| 26. August 1960 | Die überlebensgroße Bronzebüste des Dichters Hoffmann von Fallersleben wird am 119. Jahrestag der Entstehung des Deutschland-Liedes wieder aufgestellt. Sie wurde seit 1948 im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf aufbewahrt. |
| Anfang der 60 Jahre | Der Unternehmer Franz Drews baut auf seine Kosten eine Betonstrasse zum Oberland (den Invasorenpfad), um zügiger die Baustoffe nach oben transportieren zu können. |
| 1961 | Das neue Rathaus am Lung Wai wird eingeweiht. Es wird der Amtssitz des Bürgermeisters. Auch das Tourismusbüro und die Kurverwaltung ziehen in das neue Gebäude ein. |
| April 1961 | Die deutsche Telekom errichtet den 80 Meter hohen Stahlgittermast auf dem SüdWestgelände des Oberlandes. |
| 1962 | Helgoland wird als Nordseeheilbad staatlich anerkannt. |
| 1962 | Der Flugplatz auf der Düne wird in seiner heutigen Form wieder aufgebaut. |
| Januar/Februar 1963 | Im langen und harten Winter friert das Meer um Helgoland zu. |
| 14. Juni 1963 | Ein zwei Tonnen schweres, mehrere hundert Jahre altes Geschützrohr wird auf der Reede von Helgoland zwischen der Badedüne und der Insel aus dem Wasser gefischt. Es hat ein Kaliber von zwölf Zentimetern und ist zweieinhalb Meter lang. |
| August 1964 | Der "Friedhof der Namenlosen" auf der Düne wird eingeweiht. |
| 1964 - 1965 | Das Trümmerfeld am Fuße des Mittellandes zwischen der Preußenmauer an der Westseite (Südwestschutzmauer) und Westmauer/Westmole (vom Südhafengelände), das nach dem "Big Bang" am 18. April 1947 entstanden ist, wird mit Tetrapoden als Wellenbrecher, einer Spundwand und einem Betonholm gesichert. Die Helgoländer nennen dieses Stück Land "Kringel". |
| 2 August 1965 | Der neue (alte) Leuchtturm wird im alten Flakbunker in Betrieb genommen. Er erhält den Spitznamen "Blitz von Helgoland". Für das neue Feuer wurde der Turm aufgestockt und restauriert. Mit einer 1600-Watt-Xenon-Hochdrucklampe ist es das stärkste Leuchtfeuer in Deutschland und wahrscheinlich der ganzen Welt (die Experten wissen es selbst nicht so genau). |
| Anfang 1966 | Die neue Kirche St.-Nicolai muss wegen Baufälligkeit wieder geschlossen werden. Der Südwest-Wind rüttelt so heftig an den Mauern, deren Bauweise nicht auf die Witterungsverhältnisse der Insel abgestellt sind. Mit der Beendigung der Sanierung wird spätestens Anfang 1970 gerechnet. |
| 1966 | Eine Meerwasserentsalzungsanlage wird zur Trinkwassergewinnung gebaut. |
| 1968 | Nachdem schon etwa ab 1957 die ersten Kleingärtner begannen, das Gebiet von den Bombensplittern und Kriegsschutt zu befreien und die ersten Äcker absteckten, wird nun ein Kleingartenverein gegründet. |
| 7. Mai 1968 | Wilfried Erdmann (27 J.) läuft nach 415 Tagen auf See mit seiner Jolle (kleines Schwertsegelboot) in den Helgoländer Hafen ein. Er hat als erster Deutscher alleine die Welt umsegelt. |
| 28. Juli 1969 | Die vierzehn Meter lange, sieben Meter breite, sieben Meter hohe und 100 Tonnen schwere Unterwasserstation "Helgoland", wegen ihrer klobigen Form auch "die schwangere Elefantenkuh" genannt, wird drei Kilometer südlich von Helgoland in 23 Metern Tiefe auf den Nordseeboden abgesenkt. Sie war ausgelegt für vier Aquanauten. |
| 7. Dezember 1969 | Bei Außenarbeiten an dem Unterwasserlaboratorium "Helgoland" sterben der 24jährige Kieler Student Winfried Kreytenberg und der 26jährige Doktorand Karl-Heinz Schumann. Sie wollten in 23 Meter Tiefe an der "Helgoland" Verankerungen und Kabelverbindungen lösen. Das Taucherunglück ist für die Fachleute nach wie vor ein Rätsel. |
| 10. April 1970 | Das Unterwasserlaboratorium "Helgoland" wird gehoben & auf die Mole im Helgoländer Südhafen gesetzt. Anschließend wird sie noch weiter in der Nordsee eingesetzt. Seit 1998 befindet sie sich im Meeresmuseum in Stralsund. |
| 1970 | Auf Helgoland wird das Fahrradfahren und das Fahren mit Kraftfahrzeugen verboten. In die StVO wird dafür extra der "§50 Sonderregelung für die Insel Helgoland" eingefügt. |
| 29. Juni 1970 | Auf der "Wappen von Hamburg" wird auf der Fahrt von Helgoland nach Hamburg ein Postsack gestohlen. Er enthielt die Tageseinnahmen des Postamtes in Höhe von 282.000 DM (141.000 Euro). Die Diebe müssen genau orientiert gewesen sein. Denn von den drei Postsäcken enthielt einer nur Briefe, die zwei anderen Geldkassetten. Die Diebe nahmen nur die Kassette mit dem "großen Geld". Den dritten Beutel, in dem sich 65.0000 DM (32.500 Euro) befanden, ließen sie unberührt. |
| 30. Mai 1971 | Das neue Flughafenrestaurant wird eröffnet. |
| August 1971 | Der neue Tower des Flughafens wird in Betrieb genommen. |
| 28. September 1971 | In der Nacht stiehlt ein Einbrecher aus der Schaufensterauslage eines Juweliergeschäftes Schmuckstücke im Wert von 250.000 DM (125.000 Euro). |
| 1971 | Mit 831.387 Besuchern wird in diesem Jahr ein absoluter Gäste-Rekord aufgestellt. Von nun an gehen die Besucherzahlen zurück. |
| 27. Mai 1972 | Eine zweimotorige Passagiermaschine vom Typ "Twin Otter" der Hamburger "General Air" stürzt unmittelbar nach dem Start ab. Es sterben sieben Menschen. |
| 28. August 1972 | Die Meerwasserentsalzungsanlage wird vom Hersteller an die Helgoländer Inselwerke übergeben. |
| 6. September 1972 | Die Meerwasserentsalzungsanlage wird offiziell in Betrieb genommen. Sie kann täglich 800 Kubikmeter Trinkwasser aus der doppelt so großen Menge Salzwasser herstellen. Dem eigentlich ungenießbaren entsalzten Meerwasser werden fast 48 Prozent Süßwasser aus der Brackwasserlinse (die von dem auf die Insel fallenden Regen gespeist wird) beigefügt. |
| Oktober 1972 | Die Oberpostdirektion Hamburg nimmt die Fernsehumsetzung für das 2. und 3. Programm auf der Insel in Betrieb. Dadurch können die Helgoländer nun alle drei Fernsehprogramme ungestört empfangen. |
| 1973 | Ein Helgolandfan, der als Kapitän bei der Deutschen Lufthansa arbeitete, landet während eines Leerflugs mit einer Boeing 737 auf dem Flughafen und startete direkt wieder durch (Touch & Go). Das war eine echte Sensation auf Helgoland und natürlich auch der letzte Flug des Kapitäns für die Lufthansa. Hier der Link |
| Juni 1974 | 1200 Meter der alten Tunnelanlage, die als Schutzraum für die Zivilbevölkerung ausgebaut wurde, werden in diesem Jahr das erste Mal zur Besichtigung freigegeben.("Bunkerbesichtigung") |
| Juli 1974 | Das britische U-Boot "E 24" wird durch die Firma Ulrich Harms vor Helgoland geborgen. Es war im ersten Weltkrieg bei einer Überwasserfahrt auf eine Mine gelaufen. |
| ca. 1975 | Die jetzige Frachtstrasse (geht ab vom Invasorenpfad) ins Oberland wird gebaut, damit die Elektrokarren nicht an der grossen Steigung scheitern. Es werden Reste der Schrägaufzugsanlage genutzt (der obere Tunnel). |
| 1975 | Der Helgoländer Jakob Oelrich (Oeli) gründet den "Verein zum Schutze der Langen Anna". |
| 2. und 3. Januar 1976 | Das Orkantief Capella wütet über der Nordsee. Die Aussichtsplattform am Klippenrandweg beim Nordhorn direkt an der Langen Anna muss zukünftig wegen Ein- und Absturzgefahr gesperrt werden. |
| 31. Januar 1976 | Mit donnerndem Getöse löst sich an der Nordspitze der Insel Helgoland ein riesiges Felsstück. Neben der "Langen Anna", dem roten Wahrzeichen der Insel, steht ab sofort eine "kurze Anna". Bild 1 Bild 2 Bild 3 |
| 1976 | Der weithin sichtbare und futuristische silberne Wasserturm wird für die BAH an der Ostkaje erbaut. Er dient dem Öko-Labor der Biologischen Anstalt Helgolands als Versorgung mit Meerwasser für die Hummerzuchtbecken, Aquarien und Algen. |
| 06. Juli 1977 | Dem Bürgermeister Henry Peter Rickmers und dem Bürgervorsteher Peter Botter werden vom Schleswig-Holsteins Innenminister Rudolf Titzck im Namen des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen. |
| April - November 1979 | Die "Lange Anna" wird durch die Cuxhavener Firma Ludwig Voss und die Firma H. C. Hagemann aus Hamburg saniert und bekommt ein solides Betonkorsett. Die Rettung kostet 730.000 DM (365.000 Euro). 55.000 Mark (27.500 Euro) werden durch den "Verein zum Schutze der Langen Anna" aufgebracht, der von dem 71jährigen Helgoländer Jakob Oelrich (Oeli) 1975 gegründet wurde. |
| Juli 1979 | Nach 14monatiger Bauzeit wird die 920 Meter lange Nord-Ost-Bohle (vom Nord-Osthafen bis zur Jungendherberge) fertig. |
| 1979 | Eine SAR-Station (SAR=Search and Rescue) der Außenstelle des Seenotrettungsdienstes in der Deutschen Bucht wird fertiggestellt. Dort wird eine Spezial-Rettungsstaffel der Bundesmarine stationiert. |
| Anfang der 80er Jahre | Ein ehemaligen Hafenmeister findet im Meer vor Helgoland Scheiben aus Rohkupfer (sog. Schwarzkupferscheiben) und Kupferschlacke, damit werden Spuren der mittelalterlichen Kupferherstellung auf Helgland nachgewiesen. Untersuchungen datieren die Scheiben auf ca. 1170 bis 1410 n.Chr. |
| Juli 1980 | Der Sportplatz wird eingeweiht |
| 1984 | Auf dem Leuchtturm wird eine Weitbereichsradaranlage installiert. Sie ist Teil des "Verkehrssicherungssystems Deutsche Bucht". Sie erfasst weiträumig den Schiffsverkehr im deutschen Küstenvorfeld, dient der Information und erforderlichenfalls auch der Lenkung. |
| 1988 | Beim Südhafen wird die vollbiologische Kläranlage in Betrieb genommen. |
| Juli 1990 | Die "WKA 602" (Windkraftanlage) wird beim Vorhafen an der Südwestmole in Betrieb genommen. Mit einer Nennleistung von 1,2 MegaWatt ist sie die größte Windkraftanlage in Deutschland. Zusammen mit dem Heizkraftwerk soll sie die Stromversorgung der Insel gewährleisten. Eines der seltenen Bilder. Das zweite mir bekannte Bild. |
| 30. September 1993 | René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld bekommen für ihre gewaltfreie Besetzung der Insel am 20.12.1950 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse aus der Hand von Bundespräsident Richard von Weizsäcker verliehen. |
| 1994 | Untersuchungen ergeben, dass die Betonstützen, die 1979 in die Lange Anna gesetzt wurden, über die Jahre ausgespült wurden. |
| 1995 | Die "WKA 602" (Windkraftanlage) erweist sich als zu störanfällig, außerdem wurde der Rotor mehrfach durch Blitzschlag beschädigt. Sie wird wieder abgebaut, und der Turm am 23.09.95 gesprengt. |
| 1996 | Ein 11 Meter langes von der Fassmer Werft aus Berne/Motzen an der Weser erbautes Tenderboot vom Typ SEL-T wird unter dem Namen "Witte Kliff" als Dünenfähre eingesetzt. |
| 2. August 1997 | Der Schriftsteller und "gelernter Insulaner" James Jacob Heinrich Krüss stirbt im Alter von 71 Jahren in seinem Haus auf Gran Canaria an einem schweren Herzleiden. |
| 27. September 1997 | James Krüss wird vor Helgoland auf See bestattet. |
| 5. September 1998 | Auf dem Pinne-Berg als höchste Erhebung auf Helgoland und im Kreis Pinneberg (61,3 Meter) wird das Gipfelkreuz aufgebaut. |
| 18. November 1998 | Ein Transporthubschrauber der Bundeswehr hat vor Helgoland einen von ihm transportierten Marine-Rettungshubschrauber vom Typ "Sea King" ins Meer fallen lassen, weil es kurz nach dem Start Probleme gab. Verletzt wurde dabei niemand. Der abgeworfene Hubschrauber wurde ein paar Tage später wieder geborgen. |
| 1999 | Zwischen der Düne und der Hauptinsel wird eine Versorgungsleitung gebohrt. Ein 66 Zentimeter durchmessendes und 1300 Meter langes Stahlrohr verbindet nun 15 Meter tief im felsigen Untergrund die Bade- mit der Hauptinsel. In dem Rohr liegen Druckleitungen für Trink- und Abwasser, Telefon- und Stromkabel. |
| 15. Mai 1999 | Das 15 Millionen teure Design-Hotel "Atoll" wird offiziell eröffnet. |
| 2000 | Der 115 Meter hohe Sendemast auf dem Oberland wird im Auftrag der Deutschen Telekom errichtet. Es handelt sich um eine Stahlfachwerkkonstruktion mit dreieckigem Querschnitt. Aufgrund der starken Stürme wurde der Mast mit drei Pardunen (Abspannseile für Sendemasten) gesichert. Er dient neben dem Richtfunk der Verbreitung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen. |
| 16. Juni 2000 | Das "Max-Planck-Institut" und die "Deutsche Physikalische Gesellschaft" stiften auf dem Rundweg des Oberlandes einen Gedenkstein für Werner Heisenberg. |
| 2001 | Eine neue Erdbebenstation wird auf dem Oberland in den Kellerräumen der Schule errichtet. |
| 16. Januar 2002 | Bei einem größeren Felsabbruch unterhalb der Promenade am Falm links neben dem Fahrstuhl werden mehrere Häuser beschädigt. |
| 2. Juni 2004 | Die Straße am Falm wird wieder für den Fußgängerverkehr freigegeben. Im Bereich der Felsabbruchstelle mußte eine aufwendige Betonkonstruktion erstellt werden. Auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern wurde ein spezielles Stahlnetz angebracht, das mit 1066 Ankern gesichert ist. Weiterhin wurde auf einer Länge von 300 Metern die alte Brüstungsmauer entfernt und eine neue Mauer in rotem Beton gebaut. 7,4 Millionen Euro kostet die Reparatur der Flaniermeile im Oberland nach dem Felsabbruch. |
| 24. Dezember 2004 | Friesisch wird offiziell neben Deutsch die Amtssprache auf Helgoland. |
| 2005 | Eine der Landebahnnen auf der Düne wird von 400m auf 480m verlängert, und am 6. Mai 2006 offiziell in Betrieb genommen. |
| 2005 | 2130 Tetrapoden werden vor Sylt aus dem Sand ausgegraben, und zur Verlängerung und Verstärkung auf der Westmole der Düne abgelegt. Weiterhin werden an der östlichen Seite Natursteine aus Norwegen auf eine zweite Mole gelagert. 1,3 Millionen Euro kostet Ausbau der Molen. |
| Herbst 2006 | Auch auf der Insel wird der DVB-T-Betrieb aktiviert, alle analogen Fernsehprogramme werden abgeschaltet. |
| Januar 2007 | Die Helgoländer Polizei bekommt ihr erstes eigenes Fahrzeug. |
| 11. Juli 2007 | Nach einer Umbau- und Renovierungszeit von 9 Monaten eröffnet des Meerwasserschwimmad "Mare frisicum spa Helgoland" wieder seine Türen. |
| 1. September 2007 | Auf Helgoland wird in einer alten Hummerbude das James Krüss Museum eröffnet. |
| 9. November 2007 | Der 'Orkan Tilo' richtet schwere Schäden an. Auf dem Oberland werden Spitzenböen von 135 km/h gemessen. Die See riss im Nordbereich der Düne den Sandstrand auf einer Länge von über 1100 Metern weg, und verwüstete zusätzlich erhebliche Teile des dahinter liegenden Dünengürtels. |
| 2. Februar 2008 | Der 'Orkan Resi' richtet erneut schwere Schäden an. Diesmal werden Spitzenböen von 133 km/h gemessen. |
| 9. April 2008 | Der hamburger Geschäftsmann Arne Weber veröffentlicht seinen Plan, die Hauptinsel durch Aufschüttung wieder mit der Düne zu verbinden. Die Fläche der Insel soll dadurch um etwa 100 Hektar (ein Quadratkilomter) vergrößert werden. In wie weit teure Strömungsgutachten, EU-Naturschutzrichtlinien, sowie Küsten- und Umweltschutzbedenken das Projekt unrealisierbar machen, ist noch nicht geklärt. |
| 18. & 19. April 2008 | Etwa 100 freiwillige Helfer haben rund 20.000 Bund Busch und Unmengen von Strandhaferpflanzen ordnungsgemäß auf der Düne eingebracht, und die Schäden von "Thilo" & "Resi" weitestgehend behoben. Die Badeinsel erstahlt im neuen Glanz. |
| 20. September 2008 | Um 20 Uhr startet in der Nordseehalle das erste Helgoländer Insel-Oktoberfest. |
| 19. März 2009 | Der 85jährige Kapitän und Reeder Cassen (Cassi) Eils erhält das Bundesverdienstkreuz. Seit über 55 Jahren stellt er die Versorgung der Insel bei jeder Witterung sicher. |
| 20. März 2009 |
Spatenstich für das längste Seekabel Deutschlands. Ein 53 Kilometer langes, 10 Zentimeter durchmessendes, 1 Million Kilogramm schweres und 20 Million Euro teures Unterseekabel soll ab September von St. Peter Ording aus Helgoland mit bis zu 5000 Kilowatt Leistung versorgen. |
| 31. August 2009 | Nach neun Monaten und etwa 4,44 Millionen Euro Sanierungs- und Umbaukosten hat das Haus der Jugend als Jugendherberge wieder den Betrieb aufgenommen. In Zukunft soll sie ganzjährig geöffnet sein. |
| 30. November 2009 | Helgoland wird als letzte schleswig-holsteinische Gemeinde an das Festland-Stromnetz angeschlossen. Die alten Dieselgeneratoren werden überholt und bleiben als Notstromaggregate erhalten. |
| 06. Januar 2010 | Der berühmteste Helgoland-Kapitän und Reeder Cassen (Cassi) Eils stirbt in Cuxhaven. |
|
Die hier aufgeführten Daten habe ich aus dem Internet und aus verschiedenen Büchern zusammengetragen. Diese Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit. Bei der Recherche ist mir mehrfach aufgefallen, dass es gerade bei den Daten aus dem Mittelalter doch einige Abweichungen und auch Widersprüche gibt. Falls ihr Fehler finden solltet, oder Daten wisst, die auf keinen Fall hier fehlen sollten, so schreibt mir bitte eine kurze Mail an . |