Stand: 13.08.2010 |
Helgoland - Schlagworte |
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Hier erkläre ich so nach und nach viele Begriffe, die in einem engen Zusammenhang mit Helgoland stehen. Ist das Schlagwort unterstrichen, liegt darauf ein Link zu einem Bild.
Aade Als "Die Aade" bezeichnet man den klingenden, in den Brandungswellen rieselnden Geröllstrand im Osten der Düne. Früher (so um 1900) war sie eine flexible, wandernde Landzunge aus angehäuften Lockergestein (überwiegend eiszeitliches Geschiebe), die den Sand aufnahm, der durch den Wellenschlag im Norden und Süden der Düne abgelöst und je nach Wasserbewegung und Strömungsrichtung zur Aade verfrachtet wurde. Heute ist sie durch die Küstenschutzmaßnahmen als Landzunge nicht mehr vorhanden und als Uferform weitgehend "ruhiggestellt". Bild 1 , Bild 2. Bunker Die Länge des gesammten Bunkersystems, die vor dem ersten bis zum zweiten Weltkrieg auf Helgoland gebaut wurden, belief sich auf etwa 15 Kilometer. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen weitgehend zerstört. Von den eigentlichen Bunkeranlagen auf Helgoland ist heute nur noch ein Teil der zivilen Bunkeranlagen zu besichtigen. Die alten nicht vollständig zerstörten Zivilanlagen liegen etwa 14 Meter tief unter der Erde, und wurden Anfang der 60iger Jahre wieder hergestellt. Der Eingang liegt in unmittelbarer Nähe vom Haupteingang des Friedhofs bei der evangelischen Kirche, der Ausgang neben der katholischen Kirche. Karte. Düsenjäger -> siehe Millstätter Weg Eiergrog Eiergrog ist einer helgoländer Spezialität. Nirgendwo sonst habe ich ihn mit mehr Alkohol zubereitet bekommen, wie auf Helgoland. Für einen originalen helgoländer Eiergrog benötigt man: - 1 Eigelb - 1 EL Zucker - 4 cl - 8cl braunen Rum - eine Prise Zimt Das Eigelb vom Eiweiß trennen, anschließend das Eigelb, Zimt und Zucker zusammen in einem vorgewärmten Eiergrogglas schaumig schlagen. Dann den Rum hinzufügen und mit heißem Wasser auffüllen. Es gibt noch eine härtere Variante mit 4 cl Arak (ein ungesüßter Anisschnaps) und 4 cl braunen Rum. Und auch ohne die Prise Zimt schmeckt er einfach wunderbar! Bei einigen Gastronomen auf der Insel gilt: Wer es schafft fünf Eiergrog zu trinken, bekommt den sechsten kostenlos.
Flugplatz Der helgoländer Flugplatz liegt auf der Düne, und wurde erst 1962 in seiner heutigen Form aufgebaut. 1971 wurde das Flughafenrestaurant eröffnet, 1971 der neue Tower. www.flughafen-helgoland.de und www.edxh.de Vom Flughafen aus sind es etwa 900 Meter bis zum Fähranleger, diese Strecke kann man zu Fuß oder mit dem Dünentaxi zurücklegen. Vom Fähranleger aus pendelt die Dünenfähre "Witte Kliff" zwischen Anleger und Landungsbrücke. Die Landebahnen sind aus Beton und X-förmig angelegt. Sie stammen zum Teil noch aus dem Zweiten Weltkrieg (Bj. 1941). Die von Nord-Ost nach Süd-West verlaufende Piste ist 371 Meter lang, die von Nord-West nach Süd-Ost verlaufende Piste ist 480 Meter lang. Diese wurde erst 2005 um 80 Meter verlängert. Im Linienverkehr darf Helgoland aus Gründen der Flugsicherheit nur von mindestens zweimotorigen Flugzeugen angeflogen werden. Bei solch kurzen Landebahnen werden als Passagierflugzeuge bevorzugt Maschinen vom Typ Britten-Norman BN-2 Islander eingesetzt, die aufgrund ihrer hohen Triebwerksleistung mit etwa 350 Meter langen Start- und Landebahnen auskommen. Sie kann bis zu einer Tonne Nutzlast transportieren und wird sowohl im Passagierdienst als auch als Frachtmaschine eingesetzt. Zur Zeit fliegen vier Unternehmen die Insel an: Die OLT (Ostfriesische Lufttransport GmbH) fliegt die Insel von zwei Flughäfen aus an: Heide/Büsum und Bremerhaven - je zweimal täglich, im Winter und im Sommer ab Bremerhaven sogar viermal täglich. Air Hamburg fliegt ebenso Helgoland ganzjährig und täglich von Hamburg-Fuhlsbüttel aus an. Die LFH (Luftverkehr Friesland-Harle) fliegt ab Harle (Landkreis Friesland, Niedersachsen) von Juni bis September immer donnerstags sowie in den Sommermonaten Juli/August zusätzlich mittwochs. Die vierter Gesellschaft im Bunde ist die kleine Regional-Fluggesellschaft FLN (Frisia Luftverkehr), die von März bis Oktober dreimal wöchentlich von ihrem Flugplatz Norden-Norddeich sowie von den ostfriesischen Inseln Juist und Norderney nach Helgoland startet. Friedhof der Namenlosen Der "Friedhof der Namenlosen" der Insel Helgoland liegt auf der Düne. Er wurde auf der Düne mehrfach umgebettet. Vor ettlichen Jahren verlegte man ihn von seiner ursprünglichen Lage hinter dem Dünenrestaurant an seine heutige Position, süd-östlich vom Bungalowdorf. Am alten Standort kam es (und kommt es auch heute noch) zu Dünenwanderungen, und damit regelmäßig zu Überdeckungen des Friedhofes. Um dies für die Zukunft auszuschließen, hat man den Standort in den jetzigen Bereich verlegt, der durch die Gehölze einen relativen guten Schutz vor Sandflug bietet. Jägerstieg So heisst die steile Treppe links am Nordstrand beim Sportplatz, die mit 256 Stufen vom Strand auf das Oberland zum Klippenrandweg in Höhe von Boiens Liin (Boiens Leine) auf das Oberland führt. Juliusturm Der Juliusturm ist ein ehemaliger Meilenmeßstand, der heute noch vom IWS (Institut für Werkstoffkunde und Schweisstechnik für Materialprüfungen) genutzt wird. Er steht an der südlichen Spitze von Helgoland, hinter dem SAR Hubschrauberlandeplatz, am Ende des Wassersturzbecken beim Vorhafen, dort wo die Westmole in die Neue Westmole übergeht. Der versteckte kleine Strand neben dem Turm wird Juliusstrand genannt. Noch ein Bild. Knieper Das sind eine bekannte echte Helgoländer Spezialität. Es handelt es sich um die Scheren ("Kneifer") mit den Armen der Taschenkrebse. Sie schmecken fangfrisch am besten, und werden in vielen Restaurants gekocht & mit gebrochener Panzerung heiß serviert. Zu Portionen von etwa einem Kilogramm werden Toast oder Baguette, Butter und mehrere Saucen gereicht. Mit dem speziellen Knieperbesteck pult der Genießer das Fleisch aus den Scheren heraus. Als Getränk passt dazu am besten gut gekühlter Weißwein. 3 kG Knieper Diese Helgoländer Spezialität wird für den Feinschmecker auf der Insel auch in anderer Form angeboten. Zum Beispiel als Kniepersuppe, Kniepercocktail, Kniepersalat (in Brötchen), Kniepersülze und Dorsch mit Kniepersauce. Sogar zu Ravioli, auf Pizza und als Maki-Sushi (mit einer Bambusmatte in Reis gerollte Stücke) wird das Fleisch verarbeitet. Kringel so heisst der riesengroße Bombentrichter des Mittellandes am Invasorenpfad, der nach der Großsprengung am 18. April 1947 entstanden ist. In einem Teil von diesem Trichter liegt die Paracelsus-Nordseeklinik. Weil er rund ist wie ein Kringel, wurde dieser große Bombentrichter von den Helgoländern kurz Kringel getauft. Es gibt "im Kringel" und "am Kringel". "Im Kringel" ist das Mittelland, also im Trichter, "am Kringel" ist auf der Meeresseite das Trümmerfeld zwischen der Preußenmauer an der Westseite (Südwestschutzmauer) und Westmauer/Westmole (vom Südhafengelände) am Fuße des Mittellandes. Noch ein Panorama vom Kringel. 1964/65 hat man die Wasserseite des Kringels mit den Tetrapoden als Wellenbrecher, einer Spundwand und einem Betonholm gesichert. Nach über vierzig Jahren Erosion, sowie in dieser Zeit abgesackten und teilweise beschädigten Tetrapoden, wurde 2008 und 2009 "am Kringel" alles grundsaniert. "Sathurnbrunn" sagt übrigens der Helgoländer Fischer, wenn er von der Wasserseite kommt und seine Körbe dort aussetzt. Lange Anna Die etwa 48 Meter hohe "Lange Anna" ist ein freistehender Brandungspfeiler, und wird von den Helgoländern "Nathurn Stak" (Nordhorn-Brandungspfeiler) genannt. Sie entstand 1860. In der vorspringenden Felswand entstand zunächst eine Brandungshohlkehle, die irgendwann durchbrach, und zu einem Brandungstor wurde. Das darüber befindliche Gestein (der Torbogen, oder das "Gatt") stürzte schließlich 1860 durch die Verwitterung ein. Noch ein Bild.
Marinesignalstelle Die wie ein Flughafentower aussehende Marinesignalstelle neben dem Sendemast der Telekom auf dem Oberland ist unbemannt und dient heute nur noch als Antennenträger für den Betrieb von automatischen Sendeanlagen. Sie wird fernüberwacht. Millstätter Weg Der Millstätter Weg wird von den Helgoländern auch "Düsenjäger" genannt. Er ist etwa 200 Meter lang, und führt mit 40 Prozent Gefälle vom Oberland, bei der Treppe an der Ecke Kirchstraße/Norder Falm/Am Falm hinab zur Kurpromenade, zum Heizkraftwerk/E-Werk. Dieser Weg ist zwar auf den Satelitenaufnahmen bei Googel Maps und bei Google Earth zu sehen, aber bei beiden nicht als Weg oder Straße eingetragen. Selbst auf den kleinen Inselplänen, die man vielerorts erhält, ist dieser Weg zwar eingezeichnet, aber nicht benannt. Umkehrt hat dieser Weg übrigens eine recht anstrengende 40prozentige Steigung...
Pinneberg So heisst nicht nur eine Stadt und ein Landkreis, sondern auch mit 61,3 Metern die höchste Erhebung auf der Insel. Auf der Spitze steht ein Gipfelkreuz. In dem aufklappbaren Kasten unter dem Kreuz lag mal ein Gästebuch... Preußenmauer Die brandungsabweisende sog. Preußenmauer wird auch Preußenwall genannt, ist etwa 1300 Meter lang und führt vom Kringel bis hin zur "Langen Anna". Sie schützt die Nord- und West-Küste und die vor den Kräften des Meeres. An der Langen Anna geht sie in die sogenannte Nordwest-Mole (manchmal auch Nordmole genannt) über. Die Preußenmauer wurde von 1904 bis 1927 erbaut, und ist an ihrem Fuß durchschnittlich 5 Meter dick. An vielen Stellen, vor allem im nördlichen Teil, zeigen sich durch Wettereinflüsse und Gezeiten schwere Schäden durch Erosion. Radarstation Die alte Radarstation im Nordwesten der Insel gehört der Luftwaffe. Die Radarantenne wurde etwa 2004 abgebaut. Heute ist es nur noch eine automatische militärische Funkanlage der Luftwaffe, die fernüberwacht wird. Scheibenhafen Der Binnenhafen, dort wo die Sportboot-Tankstelle und die Hummerbuden liegen, wird von den Helgoländern auch Scheibenhafen genannt.
Sathurnbrunn -> siehe Kringel Sendemast Der 115 Meter hohe Sendemast gehört der Deutschen Telekom und wurde im Jahr 2000 errichtet. Es handelt sich um eine Stahlfachwerkkonstruktion mit dreieckigem Querschnitt. Aufgrund der starken Stürme wurde der Mast mit drei Pardunen (Abspannseile für Sendemasten) gesichert. Er dient neben dem Richtfunk der Verbreitung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen. Die Planung erfolgte durch die Firma "Windels Timm und Morgen" aus Hamburg, der Bau erfolgte durch die Firma "Turmbau Steffens & Nölle GmbH". Noch ein Bild. Tetrapode "Tetrapoden" (=Vierfüßler) findet man sowohl auf der Hauptinsel, als auch auf der Badeinsel Düne. Sie sind etwa sechs Tonnen schwer und ungefähr 2,20 Meter hoch. Sie dienen als Wellenbrecher, und sollen die Kraft der Wellen, die gegen das Ufer schlagen, mindern. Tetrapoden können in jeder Größe und beliebigem Gewicht hergestellt werden, eine weitere gängige Größe ist 1,40 Meter. Diese wiegen dann ca. zwei Tonnen. Wasserturm Der weithin sichtbare futuristische silberne Wasserturm wurde 1972 für das Meeresökologische Laboratorium der BAH (Biologischen Anstalt Helgoland) erbaut. Er dient dazu, in den Versuchsaquarien ohne große technische Hilfsmittel einen höheren Wasserdruck aufzubauen, so wie er in größeren Tiefen herrscht. Noch ein Bild. Witte Kliff Zum einen ist die "Witte Kliff" ein von der "Fassmer Werft" 1996 erbaute Tenderboot. Es verkehrt im Linienverkehr zwischen der Hauptinsel und der Düne. Zum anderen steht der Begriff "Witte Kliff" (= weißer Felsen) für einen ehemaligen Kalkfelsen auf der Düne. Von etwa 1350 bis 1626 wurden von ihm Muschelkalk und Gips kommerziell bis unter die Wasserlinie abgebaut. Über den verbliebenen Klippen bildete sich die Düneninsel. |
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Die hier aufgeführten Erklärungen habe ich bei Helgoländern erfragt oder aus dem Internet und aus verschiedenen Büchern zusammengetragen. Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit. Falls ihr Fehler finden solltet, oder Informationen habt, die auf keinen Fall hier fehlen sollten, so schreibt mir bitte eine kurze Mail an . |