23.10.2002
Der CRUX II / NK92 GPS-Empfänger

Was ist eigentlich GPS?
Technische Daten

Mehrfacher eMail-Verkehr nach Taiwan, über Japan nach Frankreich und dann nach Finland war notwendig, damit ich am 18.10. das CRUX II/NK92 mit der Software Genimap für einen ausführlichen Test erhalten konnte.




In dem grossen Karton befindet sich das GPS-Modul, eine kleine schwarze Ledergürteltasche zur Aufbewahrung für den Empfänger, eine externe Antenne mit einem etwa 3 Meter langen Kabel und eine gebrannte CD mit dem Handbuch zum GPS-Empfänger im PDF-Format.

In der grossen CD-Hülle befindet sich die eigentliche Software Genimap® Navigator.

Das eigentliche GPS-Modul ist deutlich breiter und höher, als das LAM-1 von Nokia, aber ebenfalls sehr leicht. Der Anschluss für das Ladegrät wird durch das CRUX II hinduchgeführt, der Stecker gibt dem Modul zu den beiden Klammern einen zusätzlichen Halt. Die Befestigung macht einen relativ stabilen Eindruck, outdoortauglich ist sie nicht (genausowenig wie beim LAM-1).



Eine blaue Leuchtdiode am GPS-Empfänger signalisiert den Satelitenempfang. Erst wenn sie blinkt (das kann je nach Empfangsbedingungen ein paar Minuten dauern) werden genug Daten zur Positionsbestimmung empfangen.
Es gibt in der mitgelieferten Software keine Möglichkeit, die Anzahl und Position, sowie die Empfangsqualität der empfangenen Satelliten anzuzeigen. Auch eine Angabe der Richtung per Kompassrose und der Geschwindigkeit - wie beim LAM-1 - ist nicht vorgesehen.


Die Benutzung des GPS-Moduls ist denkbar einfach. Das Gerät wird einfach an den Communicator angesteckt. Nach der Installation der Software kann das CRUX II aus dem Menü heraus eingeschaltet werden.


Die Software von Genimap® läd die benötigten Karten über das Internet vom Genimap.com OnLine-Server in Finland nach. Ein konfigurierter Internetzugang ist also für die Benutzung Vorrausetzung.

Man kann Genimap OnLine einen Monat kostenlos testen. Um in den Genuss dieses Freimonats zu kommen, muss man diese Lizenz mit dem Communicator unter www.genimap.com/nokia aktivieren.

Nach Ablauf der Testzeit, kann/muss man eine neue Lizenz per Kreditkarte kaufen. Nur mit einer gültigen Lizenz kann man sich Karten herunterladen, und Adressen und Dienste suchen. Nach Ablauf der Lizenz erhält man einen Hinweis und alle Funktionen, die eine Internetverbindung benötigen funktionieren dann nicht mehr.

Im ersten Monat ist die Benutzung kostenlos, danach stehen verschiedene Lizenzmodelle zur Verfügung:

    - 1 Woche Lizenz kostet 9 Euro
    - 1 Monat Lizenz kostet 19 Euro
    - 6 Monate Lizenz kostet 59 Euro

Einmal heruntergeladene Karten speichert das Programm auf der MMC, das Kartenmaterial kann immer wieder, aber maximal nur bis Ablauf der aktuellen Lizenz genutzt werden.

Das Programm kennt vier verschiedene Zoom-Stufen:

World map

Country map

Road map

und City map


Das Kartenmaterial besteht aus 230 x 230 Pixel grossen Kartenstücken, die um die eingegebene Adresse, manuell eingegebene Position oder um die GPS-Position herum aus dem Internet geladen und anschliessend angezeigt werden.





Dabei handelt es sich um keine Vektorgrafiken, sondern (zumindest bei den Country- und Road maps) um Scangrafiken von Landkarten. Die Positionsanzeige via GPS ist in diesem Material erstaunlicher Weise sehr präzise.

Das Laden der einzelnen Kartenstücke dauert nach einem Connect bei HSCSD etwa 10 bis 15 Sekunden, so etwa 5 Minuten muss man also schon online bleiben, um z.B. in der "Road map" hinreichend viel Kartenmaterial (z.B. eine Matrix von 25 Kartenstücken, ca. 30 x 30 Kilometer) um die ermittelte oder eingegebene Position herum geladen zu haben.


Während einer Fahrt ins Ruhrgebiet nach Oer Erkenschwick zu einem Computerclubtreffen, habe ich das Gerät im Auto ausprobiert.



Auf der rutschfesten Ablage der tief eingelassenen Armaturentafel meines Volvos konnte der Communicator sicher aufgeklappt liegen. Der Empfang war so gut, dass die externe Antenne nicht erforderlich war. Das kleine Programm Smart Display sorgte dafür, dass die Beleuchtung immer auf Maximum blieb :)

Die mit GPS ermittelte Position wird immer im Zentrum der Karte angezeigt, die Karte wandert also über den Bildschirm, Norden ist immer oben.





Auf den drei Screenshots ist sehr schön zu sehen, wie die Karte aus dem Bild wandert und an den Grenzen bald wieder (online) nachgeladen werden muss. Übrigens kann die Ansicht auch auf Vollbild umgeschaltet werden.

Im Sozialistischen Bildungszentrum in Oer Erkenschwick stiess das Gerät dann an seine Grenzen. An einem asphaltierten Feldweg versteckt im Wald gelegen, war die Strasse in den Plänen von Genimap nicht verzeichnet.




TomTom's Citymap zeigte hier sogar noch die Zufahrt und den Parkplatz vom Gebäude an.




Die Bedienung des in Genimap® Navigator eingebundenen GPS-Menüs ist unkompliziert und einfach, da man ihn im Menü lediglich ein oder abschalten kann. Iritierend ist etwas die Meldung "GPS receiver not connected", denn diese Meldung kann auch aussagen, dass gerade keine Satelliten empfangen werden können.
Wenn überhaupt ein Satellit empfangen wird, leuchtet eine kleine blaue Leuchtdiode ständig. Wenn ausreichend Empfang da ist, blinkt diese LED etwa 2 Mal die Sekunde.

Die Genauigkeit der Karten heruntergeladen Karten im Modus "Road map" und "City map" ist überzeugend. Ein Test an mehreren bekannten Orten zeigte eine genaue Übereinstimmung mit dem Kartenmaterial, der Fehler war mit etwa plus minus 2 Metern vernachlässigbar.

Leider ist Genimap® Navigator kein Routenplaner. Es ist nicht möglich, sich eine Fahrtroute planen zu lassen, und das hierfür benötigte Kartenmaterial vorab herunterzuladen.


Herausragend ist bei Navigator die Möglichkeit, sich positionsbezogen bestimmte Dienste anzeigen zu lassen - wenn es dann funktionieren würde :(



Als Tourist oder Geschäftsreisender, oder nur als Besucher in der benachbarten Grossstadt könnte diese Funktion schon schnell unentbehrlich werden, hat man doch so seine "Gelben Seiten" immer dabei.



Im Navigator kann per Kategorie oder Freitext nach Dienstleistern werden, im Erfolgsfalle gibt es die Anzeige mit Adresse und Telefonnummer.



Ich habe diverse Suchwörter (King, Burger King, MCD, McDonalds, Pizza, PizzaHut, Car, Rent, Cinema, lawyer, ect.) in einzelnen Kategorien und auch über alle Kategorien ausprobiert und den Suchradius auf das Maximum (99,0 Kilometer) ausgedehnt, und bin nicht ein einziges mal fündig geworden.


Die externe Antenne scheint wasserdicht und ist unten magnetisch. Mit ihrem dünnen und flexiblen 3,00 Meter langen Kabel ist es problemlos möglich, sie sicher auf dem Fahrzeugdach zu befestigen und das Kabel durch die Türdichtung ins Innere zu führen.




Der GPS-Empfänger wird durch zwei kleine Metallklammern am Stecker und durch den Spannungsversorgungsstecker am 9210 festgehalten, die Spannungsversorgung erfolgt durch das 9210. Aufgrund des geringen Gewichts erscheint mir die Befestigung ausreichend. Der Infrarotempfänger und auch die Spannungsversorgung funktionieren weiterhin. Eine Akkuladung reichte bei meinen umfangreichen Experimenten für etwa 3 Stunden Betrieb, eine längere Nutzungszeit erscheint mir bei verringerter Bildschirmhelligkeit, keinen umfangreichen Nachladen von neuen Karten und nicht so häufigen Aufklappen durchaus denkbar. Im Fahrzeug kann mit einem Kfz-Ladekabel im Betrieb "nachgetankt" werden.


Die Software Genimap® Navigator funktioniert sehr gut zusammen mit dem Crux II. Auch das LAM-1 und auch ein per Kabel angeschlossener Garmin eTrax wurden erkannt. Umgekehrt wollten TomTom Citymap und RoutePlanner nicht mit dem CRUX II zusammenarbeiten.

Im Betrieb benötigen Genimap® Navigator etwa 1,5 MB freien Hauptspeicher. Nicht benötigte Anwendungen schliesst das Programm automatisch.

 


 

Fazit:

Die Software Genimap® Navigator und das CRUX II/NK92 GPS-Modul hinterlassen bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Soft- und Hardware machen genau das, wofür sie beworben und verkauft werden, und das was sie machen, machen sie auch gut.

In den letzten vier Tagen wurde meine Handyrechnung aber arg strapaziert. Zwar müssen alle Karten nur einmal geladen werden, bis sich aber ausreichendes Material auf der MMC angesammelt hat, muss der Anwender viele teure online-Minuten mit einplanen.
Weiterhin war alle Mühe vergebens, wenn man nicht regelmässig seine Lizenz teuer erneuert, und sei es nur drei oder vier Mal im Jahr, wenn es in den Urlaub geht.

Mir fehlt auch die Möglichkeit einer Routenplanung im Programm, die ich dann GPS-genau abfahren oder ablaufen kann.

Dass die "Gelben Seiten" nicht funktioniert haben, hat mich verwundert. Pinneberg liegt unmittelbar neben Hamburg, und mit einem Suchradius von 99 Kilometern hätten zumindest mit den Schlüsselwort "McDonalds" 30 oder mehr Treffer gemacht werden müssen.
Gerade diese Funktion würde das Produkt abrunden und Touristen und Geschäftsreisende einen nicht zu unterschätzenden Kaufanreiz bieten.

Empfehlenswert ist dieses Paket für die Leute, denen es weniger auf die Kosten ankommt, und die keinen Routen- und Streckenplaner benötigen.

Leider lässt sich (zur Zeit) alternative Software (TomTom) nicht zusammen mit dem CRUX II/NK92 betreiben, und umgekehrt erkannte Navigator das LAM-1 nicht (obwohl es im Handbuch angegeben wird).

Genimap möchte auf ihrer Webseite für die Software 79 Euro haben, das CRUX II kostet dort 289 Euro, Soft- und Hardware zusammen 299 Euro.

In die Preise sind 22 Prozent finnische Mehrwertsteuer eingerechnet, bereinigt (22% finnische MwSt. runter, 16 Prozent deutsche MwSt rauf) müsste das Gesamtpaket etwa 285 Euro plus Zoll, plus P&V kosten.



Ein herzliches Dankeschön geht zum Schluss an Janne Maijala von Genimap, die es
möglich gemacht hat, dass ich Genimap Navigator und das Crux II/NK92 testen durfte.


Nachtrag:

Zu meiner Kritik an Genimap Navigator erhielt ich folgende Antwort aus Finnland:
(auf das Wesentliche gekürzt und ziemlich frei übersetzt)

Ich verstehe, dass Sie die Routenplanung gerne in Genimap® Navigator haben würden, aber es ist zur Zeit noch nicht verfügbar. Wir haben die Wegeplanung mit Navigator schon getestet, aber wir haben noch nicht entschieden, wann und wie wir es in Genimap integrieren werden.
Wir müssen uns noch entscheiden, ob wir die Routenplanung nur innerhalb eines Landes anbieten sollen, oder ob es zum Beispiel auch möglich sein soll, von Deutschland aus nach Spanien zu planen, da wir ja die Karten auch für andere europäische Länder anbieten.
Eigentlich wäre es eine Schande, die Routenplanung nur innerhalb eines Landes anzubieten, wenn das Kartenmaterial so viele Länder umfasst, aber die Routenplanung funktioniert zur Zeit noch nicht europaweit.

Auf der anderen Seite haben wir aber schon die "Service Points" in Navigator integriert. Zur Zeit ist die Abfrage nach diesen "Service Points" aber in Finland möglich. Der Rest von Europa kommt Anfang 2003. Das ist dann auch der Grund, warum Sie keinen "Burger King" in Deutschland gefunden haben. Wenn sie in Finnland suchen, können sie sehen, wie es funktioniert, und wie es ab Anfang 2003 in Europa arbeiten wird.

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