16.10.2001
Pocket Vault
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Von Breadbox kommt kurz nach Erscheinen von Code Vault das Programm Pocket Vault.

Frei übersetzt heisst das Programm etwa "Taschentresor". Mit diesem Hilfsprogramm können wir unsere persönlichen und vertraulichen Informationen sicher auf dem Communicator ablegen.

Das Programm wird mit dem Namen pvault unter Extras installiert. Hier hätte ich mir einen etwas klingenderen Namen gewünscht.




Zur Zeit wird nur die englische Sprache unterstützt. Das macht eigentlich gar nichts aus, denn Pocket Vault erklärt sich von selbst.


Nach der Installation und dem ersten Start meldet sich Pocket Vault mit diesem Bildschirm:


Gleich das Öffnen oder das Passwortändern scheitert:


Standdartmäßig ist Pocket Vault nach der Installation mit dem Passwort "password" geschützt.
Das sollte man natürlich wissen - und schleunigst ändern.
Die Passwörter können zwischen einem und acht Zeichen lang sein, und da liegt meiner Meinung ein Schwachpunkt, denn ein Kennwort, das aus nur einem Zeichen besteht, kann nicht sicher sein.

Den Kennwörtern kann als Erinnerungshilfe zu den verwendeten Passwörtern ein benutzerdefinierter Hinweis / Tipp zugeordnet werden, die den Anwender daran erinnern kann, welches Kennwort er verwendet hat.
Aber da ist Vorsicht angesagt, denn ein Hinweis wie: 'Mädchenname' oder 'GBDatum' ist auch für andere der Ansatz um den Passwortschutz auszuhebeln!

Das Programm ist in der normalen Anwendung benutzerfreundlich und einfach.


Nach der Installation kann PocketVault unter mehreren frei wählbaren Titeln eingegebene Texte, Namen, Nummern, ect. verwalten. Alle Titel können noch zusätzlich mit individuellen Kennwörter verschlüsselt werden.


Leider wird im DATA-Feld mit der 'Return-Taste' kein Zeilenumbruch erzeugt, so dass man mit der 'Space-' und 'Tabulator-Taste' tricksen muss, um in die nächte Zeile zu gelangen. Am Ende der Zeile wird natürlich automatisch umgebrochen.


Es lassen sich auch Texte aus der Zwischenablage per Tastenkombination einkleben:


PocketVault liefert sogar einen doppelten Kennwortschutz, so sind vertrauliche Daten und Informationen nochmals innerhalb des Taschentresors mit einem Kennwort geschützt. Auch hier können die Passwörter wieder zwischen einem und acht Zeichen lang sein.


Die Möglichkeiten, ganze Verzeichnisse oder die Files eines Verzeichnisses zu ver- und entschlüsseln, sowie gezielt aus so einem Verzeichnis eine Datei zu entschlüsseln, fehlen leider ganz.

Über die Art der Verschlüsselung schweigt sich Breadbox aus. Im Programmcode finden man aber den Hinweis: "Hello, this is just a test of the Lysle Encoding System.  Be afraid!"

Im Betrieb belegt das Programm 68 kB. Die verschlüsselten Daten werden direkt im Communicator-Speicher unter C:\documents\PktVault abgelegt. Dieses Verzeichnis lässt sich leider nicht ohne weiteres auf die Speicherkarte verlegen.

Mit Hilfe eines Hex-Editors kann aber der Pfad in der Datei pvault.app auf die MMC nach D:\Dokumente\PktVault 'umgebogen werden. Es müssen lediglich vier Bytes geändert werden:


Im direkten Vergleich mit Code Vault fehlt mir bei PV die Möglichkeit der automatischen Sperrung nach einer frei einstellbaren Zeitspanne. Dafür kann Pocket Vault auch längere Texte aufnehmen, CV scheitert da an der Unflexibilität der Eingabemasken, dem fehlenden Zeilenumbruch und einer beschränken Länge der Eingabezeilen.

Bestellt werden kann Pocket Vault direkt online bei Breadbox für 24.95 US$, was in etwa 55 DM oder 28 Euro entspricht - zuzüglich Porto und Verpackung.
Damit ist PV knapp 6 US$ (oder 30%) teurer als CV, was beim derzeitigen Kurs so an die 13 DM oder knapp 7 Euro sind.
 

Bezüglich der Datensicherheit kann ich hier nur noch einmal das gleiche wie bei Code Vault schreiben:

Alles ist relativ! Für Otto-Normal-User (und das sind trotz anders lautender Aussagen über 99% der Bevölkerung) reicht auch Pocket Vault mehr als aus. Überlegt mal, was alles zusammenkommen muss, damit jemand sich überhaupt sinnvoll und engagiert die Mühe macht, ein verschlüsseltes File zu knacken, dessen Inhalt er nur erahnen kann? Wie viel sind I-Zugangsdaten wert, die ich nach (vermeindlichen) Bekanntwerden sofort ändern werde? Was nützen PIN-Nummern für Karten, die man nicht hat, bzw. für Konten, die umgehend gesperrt werden? ...
Für jemanden, der sicher sein möchte, dass seine Daten nicht eingesehen werden können, wenn er 'kurz' mal den Communicator aus der Hand legt, und andere damit "spielen", reicht Pocket Vault (besonders im Zusammenspiel mit der automatischen Sperre des Communicators) aus.
Wenn ein Communicator mit dem Ziel entwendet wird, die Pocket Vault-Daten darauf auszuspähen - und der Täter hat das 'know how' über den Communicator, über EPOC und Verschlüsselungstechniken, dann hilft sowieso nur beten - und man hat den Communicator (dem man so wichtige Daten anvertraut hat) nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt...  Alle anderen können mit den verschlüsselten Daten gar nichts anfangen, löschen (reseten) den Communicator und versuchen das Gerät ansich zu nutzen/verkaufen.

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